Sascha Ciccopiedi – Sturmliebe
LNZ 16-6

Das Level Non Zero-Jahr 2008 hat begonnen. Und zieht gleich eine bedrohliche Wolkenformation über uns zusammen. Die Skala nach Beaufort zeigt Windstärke 12, auch klanglich bedeutet das: extremes Tiefdruckgebiet. Wie Göttervater Zeus persönlich komprimiert LNZ-Newcomer Sascha Ciccopiedi die 808-schwere Grundatmosphäre über sieben Minuten hinweg zur donnergrollenden Nacht. Schon erhebt er sich bassherrschaftlich vom Olymp und schickt rosa rauschende Regenwände herab, überlagert von gebeugten Oberton-Böen, die mit jedem neuen Einschub verkünden: Hier droht Gefahr! Doch, wie immer konträr zum normalen Leben, bedeutet das Herannahen eines derartigen Orkans im LNZ-Clubland keinesfalls: „Rette sich, wer kann!“. Sondern vielmehr „Stürmt den Dancefloor! Damit Ciccopiedis Blitz uns besser treffen kann!“ Dass muss wahre Sturmliebe sein…Die AA-Seite THE DRIVE tritt zwar klangelementar eine vergleichbare Langstreckenreise wie STURMLIEBE an. Noch immer vibriert die Stimmung und wirkt hypno-aktiv, den grollenden Bass-Zorn jedoch löst eine betonte Lässigkeit ab. In seinen Thron gefläzt durchfrischt Zeus die schwüle Luft mit perlender Perkussivität; Tropfengestalten, die Apollons Sonnenstrahlen in alle Spektralfarben brechen.Mit diesem Release rückt LNZ einmal mehr ganz nahe an den philosophischen Kern des Labels heran. Denn selten zuvor war ein Release wie Ciccopiedis STURMLIEBE derart minimal und doch quicklebendig inszeniert.
A: Sturmliebe
B: The Drive



